P O K A L S C H I E S S E N 2 0 0 8

Das Siegerpaar Katrin und Klaus.
Im November 2008 war es wieder soweit und trotz eines sehr schleppenden An-/Abmeldeverfahrens trafen sich immerhin 23 Knechte und Mägde der Wallensteiner zum beinahe schon legendären, in jedem Fall aber traditionellen (In Osterath pinkelt `nen Hund drei Mal an den selben Baum, schon ist’s `ne Tradition…) Pokalschießen.
Wie auch in den vergangenen Jahren sollte in einem eher unorthodoxen Wettkampfmodus der beste Schütze unter den Wallensteinern ermittelt werden, denn es ist schließlich bekannt, dass das Königsschießen der Wallensteiner eher von Klüngel, Betrügereien und jeder Menge Schmiergeld geprägt ist, der wahre beste Schütze also nicht zwingend ermittelt wird. Dies ist beim Pokalschießen freilich ganz anders, da hier ein Loch in der Zielscheibe (oder auch in der Wand) anzeigt, welche Geschossart (Diabolo oder „een han’isch noch“) verwendet wurde.
In der fernen Vergangenheit wurde ebenfalls beschlossen einen internen Wettkampf unter den Mägden auszurichten. Offiziell geschah dies selbstverständlich, damit auch das Weibsvolk Freude an dieser Zusammenkunft findet und nicht von den überragend schießenden Mannen deklassiert wird. Der Hintergedanke hierfür ist aber viel wahrscheinlicher eher die Scham der „Jäger“, ständig von den „Sammlerinnen“ übertroffen zu werden. Im schlimmsten Fall von der eigenen „Besseren Hälfte“.
Nach einer kleinen vorweihnachtlichen Stärkung mit edlem Gebäck und braunem Gebräu (einige Beteiligte beschwerten sich schon hier, das Getränk sei zu stark, wahrscheinlich aber wollten sie so nur ihr Zittern und die damit bevorstehenden, schlechten Schießergebnisse erklären…) wurde der Wettkampfmodus verkündet. Ursprünglich wurde angedacht, dass ein jeder in diversen Disziplinen sein Können unter Beweis stellen solle. Da die Ausstattung mit geeignetem Material jedoch mangelhaft war, wurden kurzerhand zwei weitere Schießprügel aus dem privaten Bestand teilnehmender Schützen organisiert. Leider erfüllten diese nicht den erforderlichen, hohen Standard der Wettkampfordnung und so musste das gesamte Schießen mit nur einem Gewehr ausgetragen werden. In Anbetracht des geifernden Mobs, der die Organisatoren am liebsten am Pranger stehend mit verdorbenen Nahrungsmitteln beworfen hätten, verkündete (Achtung: Wortwitz!) „die Schießleiter“ vorsorglich, in den kommenden Jahren Abhilfe zu schaffen.
Der Wettkampf selbst wurde schließlich in lediglich einer Disziplin ausgetragen. Grund hierfür war die noch große Unsicherheit welche einige der Schützen im Umgang mit dem Werkzeug hegten. Hier bedurfte es einigen guten Zuredens und Unterstützung um die Chancengleichheit zu gewähren.
Durch genannten Verzicht auf eine weitere Disziplin (auf Grund der zeitlichen Verzögerung) konnten Schützen, welche sich auf das Taktieren (schließlich auch ein wichtiger Bestandteil im alltäglichen, beinahe ausschließlich kriegerischen Geschäft eines Schützen) verstanden mit einer möglicherweise nur mittelmäßigen Schießleistung eine gute Platzierung bzw. den Sieg erringen. Dies stand zwar im Wiederspruch zu den oben genannten harten und unbeugsamen Regeln, aber hey… es ging ja auch nicht um die goldene Ananas, sondern schließlich um den
„Wanderpokal der Wallensteiner Landsknechte“.
Zugegeben, er macht sich nicht so gut an der Uniform und zieht diese beim Versuch ihn zu befestigen ganz schön nach unten, aber dafür sammelt er im Laufe des Jahres eine Menge staub. Das ist doch auch immerhin was.
Trotz einiger beachtlicher Schießergebnisse konnten sich schließlich nur zwei Schützen durchsetzten. (Wo zum Henker seid ihr [zumindest die männlichen Kammeraden] beim Bruderschafts- und Regimentsschießen eigentlich immer?!). Dies lag jedoch nicht ausschließlich an ihren hervorragenden Einzelschüssen, sondern vielmehr an dem bereits oben genannten geschickteren Taktieren. Mit absolut identischer Punktzahl und teilweise sogar konstanterem Schussbild wurden andere Schützen auf die Plätze verwiesen.
Das anschließende „Schweineschießen“ wurde kurzerhand aus der Wertung genommen und abgebrochen, da es einigen Anwesenden zunehmend an Motivation mangelte und darüberhinaus die Ergebnisse das Gesamtergebnis nicht ausreichend verzerrten, eine bessere Platzierung für den größten Teil der Schützen also nicht möglich war.
Nach Ende/Abbruch des Wettkampfs wurde der Befehl „Feuer frei“ erteilt und einzelne Schützen konnten sich an den Wiederaufbau ihres Egos begeben, indem sie in einer wilden Ballerei ganze Wildschweinherden massakrierten (maßlose Übertreibung des Autors).
Gegen Ende des Abends wurde schließlich das amtliche Ergebnis verkündet. Auf den dritten Platz gelangten Tilli und Miguel, den zweiten Platz sicherten sich unsere Gastschützin Rita (sie hat noch nie geschossen... und der Papst ist evangelisch!) und Christian.
Sieger des Wettkampfs wurde die
Titelverteidigerin Katrin
und ihr Mann Klaus.
Da der gesellige Teil der Veranstaltung parallel zum Schießwettbewerb verlief, begaben sich leider die meisten der Anwesenden kurze Zeit nach der Siegerehrung auf den Heimweg. Nur wenige Recken verblieben und zeigten in einigen inoffiziellen Durchgängen nochmals ihre Schießkunst.
Schließlich fand auch dieser Abend ein Ende, die Tore zum Turnierplatz wurden weit nach Mitternacht verschlossen und was blieb, war der Gedanke es den anderen im Folgejahr mal so richtig zu zeigen.
Anmerkungen:
An vielen Stellen des Textes wurde bei der Formulierung auf die korrekte
Trennung zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern zugunsten der maskulinen
Form (z.B. Schützen) verzichtet. Dies geschah jedoch ausschließlich zu dem Zweck
den Text flüssig und lesbar zu halten, eine Wertung oder gar Diskriminierung
spielte hier keine Rolle.
Die in Klammern geäußerten Kommentare sind ausschließlich Meinungen des Autors
und sollten bitte nicht zu ernst genommen werden, keinesfalls sind sie jedoch
beleidigend gemeint. Im Großen und Ganzen sind sie außerdem ohne konkreten Bezug
auf an- oder abwesende Schützen formuliert, sollte sich doch jemand angesprochen
fühlen, verweise ich gerne auf ein die bekannten Worte: „Ein jeder zieht sich
den Schuh an, welcher ihm passt!“
Desweiteren möchte ich interessierte Schützen aufrufen bei der Organisation der
kommenden Pokalschießen mitzuwirken, vielleicht erschließt sich so manchem dann,
dass es sich hierbei um eine gemeinsame Veranstaltung und nicht um die Einladung
einzelner Personen handelt, die damit verbundene Arbeit also nicht
ausschließlich an diesen haften bleibt.